Rebsorten

Was ist der Unterschied zwischen den Rebsorten Silvaner und Müller-Thurgau? Was machen die unterschiedlichen Rebsorten aus und zu welchen Gerichten passen sie? Alles Wissenswerte rund um die verschiedenen Rebsorten erfahren Sie hier.

Rebsorten für Weißweine:

  • Bacchus:
    Die Neuzüchtung ist in den 30er Jahren aus der Kreuzung von Riesling, Silvaner und Müller-Thurgau in der Pfalz entstanden. Bacchus-Weine sind hell- bis grüngelb, haben eine geringe Säure und erinnern mit ihrem blumigen Muskataroma an die Scheurebe (weshalb sie auch als Frühe Scheurebe bezeichnet wird). Der Bacchus reift früh, erreicht aber dennoch einen hohen Reifegrad. Dies ermöglicht es ihn in Lagen anzubauen, die sich für den Riesling als ungeeignet erwiesen haben.
    Als typischer Trinkwein passt der Bacchus gut zu Mehlspeisen oder Desserts. Auch asiatische und würzige Gerichte kann er begleiten.
     
  • Grauburgunder:
    Auch als Pinot Grigio bekannt. Er stammt ursprünglich aus Frankreich und wurde  1711 vom Kaufmann Johann Ruland in Deutschland eingeführt. Der Grauburgunder ist eine Mutation des Blauen Spätburgunders. Früher wurde die Traube noch süß ausgbaut ("Ruländer"), heute meist trocken. Der Weißwein besitzt eine angenehme Säure und hat meist einen höheren Alkoholgehalt als anderer Weine.
    Spätlesen sind hervorragende Begleiter zu Braten, Wild und reifem Weichkäse. Grauburgunder Kabinett passt dagegen gut zu Vorspeisen, Fisch oder Spargel.
     
  • Kerner:
    Die weiße Rebsorte wurde 1929 in Weinsberg aus Trollinger und Riesling gekreuzt. Seinen Namen verdankt er dem schwäbischen Dichter und Weinfreund Justinus Kerner. Neben Weißwein kann aus dem Kerner auch extra-trockener Sekt produziert werden. Er ist ein kräftiger, starker Wein, mit einer angenehmen Säure und fruchtigen Noten.
    Kerner eignet sich hervorragend zu Mehlspeisen, kann aber auch gut als Schorle oder Schoppenwein getrunken werden.
     
  • Müller-Thurgau
    Auch als "Rivaner" bekannt, da man ursprünglich vermutete, dass es sich um eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner handelt. Heute weiß man jedoch, dass die Sorten Riesling und Madeleine Royale die Elternreben waren. Benannt ist die weiße Rebsorte, nach Prof. Dr. Hermann Müller aus Thurgau in der Schweiz, der 1882 die Traube züchtete.
    Mit ca. 30% der Rebanbaufläche ist Müller-Thurgau die meist angebaute Rebsorte in Franken. Die Neuzüchtung ist aufgrund seiner geringen Säure mild, aber trotzdem fruchtig. Die Qualitätsweine sollten noch relativ jung getrunken werden, da sie sonst bei zu langen Lagerzeiten ihr Muskataroma verlieren. Müller-Thurgau-Weine sind Zechweine. Sie passen gut zu leichten Speisen, wie z.B. zu Spargelgerichten.
     
  • Riesling:
    Auch wenn sie in Franken nur einen sehr geringen Anteil an der Rebanbaufläche hat, gilt die Rebsorte als eine der besten Weißweintrauben und ist in Deutschland am weitesten verbreitet. Schon seit dem 15. Jahrhundert wird der Riesling in Deutschland angebaut und wird heute auch auf den internationalen Märkten gerne gehandelt. Er kann den Charakter der jeweiligen Lage perfekt wiedergeben und verfügt über eine lange Lagerfähigkeit. Je nach Säuregehalt kann er bis zu 10 Jahre aufbewahrt werden.
    Der Riesling kann als Dessertwein oder als Aperitif serviert werden, sowie zu hellen Fleischgerichten, Fisch und Mehlspeisen.
     
  • Silvaner:
    Der Silvaner ist einer der ältesten weißen Rebsorten und stammt aus Österreich. Er ist eine Zufallskreuzung aus Österreichisch Weiß und Traminer. Der blassgelbe, helle Weißwein ist mild und eher neutral. Er war die Grundlage von zahlreichen Neuzüchtungen, wie zum Beispiel Bacchus, Müller-Thurgau oder Scheurebe. Bis in die 70er Jahre war der Silvaner noch die meist angebaute Rebsorte, bis sie schließlich vom Müller-Thurgau abgelöst wurde.
    Der Silvaner gilt als Allrounder für fast jeden Anlass. Er passt gut zur kräftigen, regionalen Küche, zu Fischgerichten, Nachtisch oder auch als Aperitif.
     
  • Weißburgunder:
    Auch als Pinot Blanc bekannt. Die Rebsorte stammt aus dem französischen Burgund und ist eine weitere Mutation des Grauburgunders. Der eher neutrale Weißwein hat eine grünlich-gelbe Farbe und eine angenehme sanfte Säure.
    Spritizge Weißburgunder sind als Sommerweine zu leichten Gerichten, wie z.B. Spargel, zu servieren.

Rebsorten für Rotweine:

  • Domina:
    Die Rebsorte Domina ist typisch für das fränkische Weinland. Etwa 85 % der Anbaufläche liegen in Franken. Sie wurde 1927 von Peter Morio entdeckt und ist eine Kreuzung aus Spätburgunder und Blauer Portugieser.
    Der Domina-Wein hat Aromen von Kirsche oder Brombeere und eine dunkle, tiefrote Farbe, weshalb er gut als Deckwein geeignet ist.
    Der Rotwein passt gut zu dunklen Saucen und ist daher ein optimaler Begleiter zu Wild- und Rindfleischgerichten. Kann aber auch zu Pizza und Pasta serviert werden.
     
  • Spätburgunder:
    Der Spätburgunder, auch Pinot Noir genannt, stammt aus Frankreich und geht vermutlich auf eine Wildrebe zurück. Seit dem Jahr 884 wird er auch in Deutschland angebaut, das heute zum drittgrößten Spätburgunder-Produzenten der Welt zählt. Neben trockenen Rotweinen mit einer leichten Restsüße werden auch Sekte und Roséweine mit diesr Rebsorte hergestellt.
    Der Spätburgunder ist ein hervorragender Begleiter zu Wildgerichten, Braten oder Käseplatten.

 

Unser Tipp für Weinkenner, Weinfreunde und Weinliebhaber: Eine komplette Übersicht aller Rebsorten finden Sie in unserem Rebsorten-Verzeichnis A-Z