Qualitätsstufen deutscher Weine

Der deutsche Wein ist wieder im Kommen. So ist ein deutlicher Wandel in der Verbrauchermeinung und Verbraucherwahrnehmung festzustellen. Galt das Interesse zunächst nur den deutschen Weißweinen, die im internationalen Vergleich noch nie einen Vergleich scheuen mussten, ist seit einigen Jahren auch der deutsche Rotwein in der Verbrauchergunst stark gestiegen. Wenngleich die roten Topweine immer noch aus den südlichen Ländern kommen - die Nachfrage nach kräftigen deutschen Rotweinen steigt.

Nach dem deutschen Weingesetz werden bei deutschen Weinen verschiedene Qualitätsstufen unterschieden. Welche das sind und was für Anforderungen jeweils dahinter stehen, erfahren Sie hier.

Qualitätsstufen deutscher WeineIn Deutschland unterscheidet man zwischen Tafelweinen, Landweinen, Qualitätsweinen (bestimmter Anbaugebiete) und Prädikatsweinen.

  • Tafelwein:
    Bezeichnet die unterste Qualitätsstufe und ist somit der Wein mit dem geringsten Qualitätsanspruch. Ihm unterliegt keine besondere Qualitätsprüfung. Der Gesamtalkoholgehalt des Weines muss zwischen 8,5 % vol. und 15 % vol. liegen und muss mindestens 44° Öchsle aufweisen.
     
  • Landwein:
    Bezeichnet die zweitniedrigste Qualitätskategorie. Der Landwein ist ein gebietstypischer trockener oder halbtrockener Tafelwein höherer Qualität. Der Wein muss zu mindestens 85 % aus Trauben gekeltert werden, die aus dem Landweingebiet stammen, das auf dem Etikett angegeben ist. Er muss mindestens 47° Öchsle aufweisen.
     
  • Qualitätswein:
    Bei dem Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (Q. b. A.) müssen die Trauben aus einem der 13 zugelassenen Anbaugebiete und der dort zugelassenen Rebsorten stammen. Der Alkoholgehalt des QbA darf durch Anreichern mit Zucker vor der Gärung erhöht werden. Er muss mindestens 55° Öchsle aufweisen und der Gesamtalkoholgehalt muss mindestens 9 % betragen. Der Qualitätswein muss einer amtlichen Qualitätsweinprüfung unterzogen werden, um anschließend die amtliche Prüfungsnummer auf dem Etikett tragen zu können. In Deutschland werden überwiegend QbA-Weine angebaut.
     
  • Prädikatswein:
    Für Qualitätsweine mit Prädikat (QmP) gelten die höchsten Anforderungen. Sie dürfen nur aus einer Rebsorte gekeltert sein und ihnen darf kein Zucker mehr zugesetzt werden. Je nach Mostgewicht gibt es sechs verschiedene Prädikate:

    1. Kabinett: ab 73° Öchsle; feine, leichte Weine aus reifen Trauben; geringer Alkoholgehalt
    2. Spätlese: ab 85° Öchsle; reife, elegante Weine mit feiner Frucht; die etwas später geerntet werden
    3. Auslese: ab 95° Öchsle; edle Weine aus vollreifen Trauben, unreife Beeren werden ausgesondert.
    4. Beerenauslese: ab 125° Öchsle; volle fruchtige Weine aus überreifen, handgelesenen Beeren; süß und alkoholreich
    5. Trockenbeerenauslese: ab 150° Öchsle; aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren; süß; jahrezehntelange Alterungsfähigkeit
    6. Eiswein: ab 125° Öchsle; Mindestmostgewicht wie bei einer Beerenauslese, die Trauben müssen in gefrorenem Zustand bei mindestens -7°C gelesen und gefroren gekeltert werden
     

VDP. Klassifikation

Neben dem deutschen Weingesetz gibt es noch die VDP. Klassifikationexterner Link. Bei ihr wird die Qualität eines Weines an seiner Herkunft, also dem Weinberg, festgemacht. Zu dem Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter e. V. (VDP) gehören ca. 200 Spitzenweingüter in Deutschland. Der Verband setzt sich für verbindliche Qualitätsstandards und ökologische Bewirtschaftung der Weingüter ein.

Das VDP Klassifikationsmodell unterscheidet vier Stufen:

  1. VDP.Gutswein:
    Entstammen klassischen Gutslagen.
     
  2. VDP.Ortswein:
    Entstammen hochwertigen, charaktervollen und traditionellen Weinbergen innerhalb eines Ortes, die mit gebietstypischen Rebsorten bepflanzt sind.
     
  3. VDP.Erste Lage:
    Entstammen erstklassigen Weinbergen mit eigenständigem Charakter, in denen über lange Zeit Weine mit nachhaltig hoher Qualität erzeugt wurden.
     
  4. VDP.Große Lage:
    Entstammen hochwertigsten, parzellengenau abgegrenzten Terroirs, in denen Weine mit ganz besonderem Charakter reifen, die ihre Herkunft widerspiegeln und ein besonderes Reifepotential besitzen.

Mit dieser Klassifikation soll die Wertigkeit der besten Lagen Deutschlands festeglegt und der Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft gesichert werden.