
2023 Scheurebe trocken - BARFUSS
Bausewein Weingut
Würzige Cassisnoten und eine feine Grapefruit-Nase. Erfrischend und saftig am Gaumen. Florale Anklänge und sanfte Bitternoten unterstützen den vielschichtigen Geschmack. Absolut trocken
Barfuss …
… das heißt: naturverbunden, ehrlich, individuell und frei. Frische, fruchtige Weine, lagenrein, immer BIO und lecker!
Speiseempfehlung: Passt zu würzigen Brat- und Schmorgerichten, gebratenem Gemüse mit Rosmarin. Auch vor Curry muss sich Scheurebe nicht verstecken.
Wissenswertes: Seit über 20 Jahren setzen wir auf den trockenen Ausbau unserer Scheureben. Durch die Wucht des Iphöfer Bodens entstehen Jahr für Jahr fruchtintensive Weine, die keine hohe Restsüße-Werte brauchen. Scheurebe ist das urfränkische Pendant zu internationalen Bukettsorten wie Sauvignon Blanc.
DE-ÖKO-005
Weitere Informationen zur Rebsorte
Scheurebe
Die Scheurebe wurde vor 100 Jahren gezüchtet und trägt das Erbgut des Rieslings in sich. Seit nunmehr 30 Jahren befindet sie sich auf dem Rückzug in deutschen Weingärten. Von einstmals knapp 4.500 Hektar Anbaufläche in der Spitze sind heute gerade noch 1.455 übrig
Mittlerweile in der Anbaustatistik sogar vom Global Player Chardonnay überflügelt, könnte sie in Zukunft einer anderen, in direkter Konkurrenz stehenden „Modesorte“ noch weiter weichen müssen. Nämlich dem Sauvignon Blanc, welcher seinerseits als die weiße Boomsorte der letzten Jahre bezeichnet werden kann.
Mit seiner betont frischen, fruchig-exotischen, bisweilen grasigen Art hat der Sauvignon Blanc die Herzen der deutschen Weintrinker im Sturm erobert. Was die meisten aber vergessen (in diesem Fall die für den Anbau zuständigen Winzer), ist die Tatsache, dass die Scheurebe in ihrer trockenen Variante vom Aromaprofil durchaus einem guten Sauvignon Blanc ähneln kann. Dies wiederum könnte für Winzer, welche bereits die Scheurebe kultivieren, zu dem Schluss führen, dass sie den Sauvignon gar nicht brauchen.
Datenblatt 2023 Scheurebe trocken - BARFUSS
Das Weingut "Bausewein Weingut" stellt sich vor
Verkostungsnotiz 2023 Scheurebe trocken - BARFUSS
Um hier gleich zu Beginn einmal einen Pflock einzuschlagen: Dies dürfte die trockenste Scheurebe sein, welche ich jemals im Glas hatte. Sollten Sie sich jetzt fragen, ob das gut oder schlecht ist, so lautet meine Antwort: Das ist hervorragend! Auch wenn die Rebsorte eine riesige Bandbreite abzudecken vermag vom einfachen Qualitätswein bis hin zu höchsten Prädikaten wie Trockenbeerenauslese und Eiswein, so muss man wirklich trockene Scheureben dennoch mit der Lupe suchen. Unser Wein der Woche vom Bio-Weingut Bausewein aus Iphofen hat tatsächlich eine Null vor dem Komma stehen. Winzige 0,2 g/l Restzucker weist er auf und kann damit faktisch als durchgegoren gelten.
Ist es ein Wein, den nicht ausgewiesene Trockentrinker auch mit Genuss trinken können? Ja, unbedingt! Er besitzt nämlich eine ganze Menge Charme und Verführungskraft. Er nimmt uns auf eine Aroma- und Genussreise mit. Man sollte ihm seine Zeit im Glas und der geöffneten Flasche gönnen, da er sich verändert und nach und nach immer neue Aromen preisgibt. Ich habe den Wein über drei Tage verkostet und eine spürbare Wandlung in dieser Zeit festgestellt.
Gießt man einen kräftigen Probeschluck ins Glas und schnüffelt an selbigem, so offenbaren sich zunächst eher mineralische und tendenziell weniger fruchtige Aromen. Das Ganze erinnert etwas an Salzzitrone und Austernschale. Eigentlich der ideale Begleiter zu Austern und Muscheln, möchte man meinen. Das funktioniert sicherlich gut, aber nur, wenn man den Wein frisch geöffnet dazu genießt. Mit zunehmender Belüftung und Verweildauer im Glas respektive der Flasche kommen noch Aromen von weißer bzw gelber Grapefruit sowie weißer Johannisbeere hinzu und nach einiger Zeit dreht sich die Palette in eine eher exotische Richtung und Anklänge von Multivitamin-Nimm-2-Bonbons brechen sich Bahn.
Am Gaumen dann die Überraschung. Trotz minimalen Restzuckergehalts kommt der Wein charmant und gar nicht übermäßig trocken herüber. Dies mag hauptsächlich an der sehr moderaten Säure liegen, welche mit 5,0 g/l eher niedrig ausfällt. Dies überrascht umso mehr, da es sich ja um eine Riesling-Kreuzung handelt. Geschmacklich dominieren herb-fruchtige Aromen, welche an Physalis und Sternfrucht erinnern. Mit beiden Früchten assoziiere ich auch eine zarte Herbheit, welche sich im Wein in eine sanfte Phenolik übersetzt. Nach einiger Zeit kommen sogar noch Noten von Maracuja zum Vorschein. Trotz des sehr niedrigen Restzuckers haben wir einen harmonischen und charmanten Wein im Glas, welcher Trinkfreude vermittelt und dem auch Weinliebhaber, welche normalerweise durchgegorene Weine eher meiden, eine verdiente Chance geben sollten. Trinken Sie ihn solo, zum Essen, am Mittag, am Abend, in der Badewanne, auf der Terrasse. Egal. Hauptsache, Sie probieren diesen bemerkenswerten Wein.

Naturland-Mitgliedsbetrieb