
Probierpaket "Prämierte Spätlesen"
Frankenweinliebhaber c/o regiogate GmbH
Das Spätlesen-Weinpaket vereint erlesene Weine, die durch ihre späte Lesezeit besonders vollmundig und aromatisch sind und lädt zu einer geschmacklichen Entdeckungsreise der reifen Trauben ein.
Bei Bestellung von 2 Paketen erhalten Sie diese versandkostenfrei!
Das Paket besteht aus 6 Bocksbeuteln zu je 0,75 l
2 x 2023 Volkacher Ratsherr Silvaner Spätlese trocken
vom Fränkischen Weingut Andreas Braun in Volkach
2 x 2020 Kerner Spätlese
vom Weingut Gebr. Geiger in Thüngersheim
2 x 2024 Volkacher Ratsherr Rieslaner Spätlese
vom Weingut Kirch in Fahr am Main
Weitere Informationen zur Rebsorte
Kerner
Den Kerner könnte man fast schon als “schwäbische“ Rebsorte bezeichnen. Dies hat mehrere Gründe. So wurde er 1929 von August Herold an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Weinsberg gekreuzt.
Des Weiteren handelt es sich bei der einen Elternsorte – dem Trollinger – um den Lieferanten für den schwäbischen Schoppenwein schlechthin. Der andere Elter ist der Riesling, weshalb die Sorte mithin auch als „kleiner Verwandter des Rieslings“ bezeichnet wird. Und zu guter Letzt handelt es sich beim Namenspaten der Sorte um einen Lokalmatadoren: den Weinsberger Dichter, Arzt und Weinfreund Justinus Kerner (1786 – 1862).
Das goldene Zeitalter der Sorte war in den 1980er- und 1990er-Jahren. Von einstmals fast 8.000 Hektar bestockter Fläche sind heute nur noch knapp 2.800 übrig. Tendenz fallend. In diesem Sinne liegt auch Franken voll im Trend. Aktuell nimmt die Sorte noch 180 Hektar der fränkischen Rebfläche in Anspruch.
Rieslaner
In ganz Deutschland beansprucht sie gerade einmal gut 80 Hektar Rebfläche. Hiervon entfällt knapp die Hälfte auf ihre fränkische Heimat, wo die Sorte 1921 von Oekonomierat Dr. August Ziegler (1885-1937) an der Bayerischen Landesanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Veitshöchheim aus Silvaner x Riesling gekreuzt wurde.
Als August Ziegler 1937 mit lediglich 51 Jahren verstarb, sah alles danach aus, dass der von ihm mit der Zuchtnummer NI 11-17 versehene Sämling aussterben würde. Zum Glück veranlasste August Ziegler damals, dass seine Neuzüchtung nicht nur auf den Versuchsflächen der Landesanstalt in Veitshöchheim in der Lage „Roßberg“ gepflanzt wurde, sondern auch 400 Reben in einer Parzelle der Lage „Randersackerer Sonnenstuhl“ des Winzers Bruno Schmitt. Die Trauben wurden allerdings über die Jahre hinweg immer mit der Ernte einer angrenzenden Riesling-Parzelle zusammen gekeltert. Erst ab 1952 wurde der Ernteertrag der Rieslaner-Stöcke auf Wunsch eines Kellermeisters des Staatlichen Hofkellers in Würzburg separat ausgebaut. Damals hieß die Sorte, welche 1957 ihre offizielle Zulassung erhielt, übrigens noch Mainriesling.
Gleich der erste sortenrein vinifizierte Mainriesling sorgte für großes Aufsehen, als er im Jahr 1954 bei der Deutschen Weinprämierung in Mainz Bundessieger wurde, und lenkte die Aufmerksamkeit der Winzerschaft auf die Qualitätssorte.
Silvaner
Angebote: Silvaner Weine anzeigen
Der Silvaner ist einer der ältesten weißen Rebsorten und stammt aus Österreich. Er ist eine Zufallskreuzung aus Österreichisch Weiß und Traminer. Der blassgelbe, helle Weißwein ist mild und eher neutral. Er war die Grundlage von zahlreichen Neuzüchtungen, wie zum Beispiel Bacchus, Müller-Thurgau oder Scheurebe. Bis in die 70er Jahre war der Silvaner noch die meist angebaute Rebsorte, bis sie schließlich vom Müller-Thurgau abgelöst wurde. Der Silvaner gilt als Allrounder für fast jeden Anlass. Er passt gut zur kräftigen, regionalen Küche, zu Fischgerichten, Nachtisch oder auch als Aperitif. Der Grüne Silvaner, wie er offiziell heißt, gehört zu den bedeutendsten weißen Rebsorten in Deutschland.
- Bis ca. 1950 war der Silvaner die mit Abstand wichtigste Rebsorte in Deutschland und wurde auf mehr als der Hälfte der Rebfläche kultiviert.
- Es handelt sich um eine Traditionsrebe, deren Anbau seit 1659 urkundlich belegt ist.
- In Franken ist der Silvaner Leitrebsorte und nimmt mit 30% so viel Fläche ein wie in keinem anderen deutschen Anbaugebiet.
Datenblatt Probierpaket "Prämierte Spätlesen"
Fränkische Weinprämierung Gold
Das Weingut "Frankenweinliebhaber c/o regiogate GmbH" stellt sich vor
Verkostungsnotiz Probierpaket "Prämierte Spätlesen"
Spätlese – ein Begriff, der in vielen Köpfen bis heute falsche Bilder auslöst. Allzu oft wird er noch mit klebrig-süßen, austauschbaren Weinen gleichgesetzt, die man höchstens zum Dessert reicht. Dabei war die Spätlese einst etwas höchst Edles, eine Rarität, die nur den wohlhabendsten Herrschaften vorbehalten war. Erst durch technische Möglichkeiten und massentaugliche Stilistik verlor sie vor einigen Jahrzehnten ihren Nimbus des Besonderen. Heute aber erlebt diese Kategorie eine bemerkenswerte Renaissance – und zeigt, wie viel Tiefe, Vielfalt und Stil in ihr stecken können.
Dieses Probierpaket bietet die Gelegenheit, drei moderne Interpretationen einer traditionellen Qualitätsstufe kennenzulernen: Silvaner Spätlese trocken, Kerner Spätlese und Rieslaner Spätlese. Drei Rebsorten, ein gemeinsamer Ursprung – und doch völlig unterschiedliche Charaktere. Wer glaubt, Spätlese sei nur süß und schwer, wird hier eines Besseren belehrt. Ein Paket gegen Vorurteile – und für echten Genuss.
2023 Silvaner Spätlese trocken, Volkacher Ratsherr
Weingut Andreas Braun, Volkach am Main
So stelle ich mir einen eleganten, fast schon anmutigen Silvaner vor. Zwar kenne ich bisher zu wenige Weine aus dem Hause Braun, um sicher sagen zu können, ob dies typisch für die Handschrift des Weinguts ist – doch in der Zusammenschau mit der Frühburgunder Spätlese aus dem „Fränkische Rotweinschätze“-Paket (https://www.frankenweinliebhaber.de/weingut/franken/14877.Geschenkpaket-Fraenkische-Rotweinschaetze.html#expertise) liegt diese Vermutung zumindest nahe.
Im Glas zeigt sich ein klares, brillantes Strohgelb. Die Nase verzichtet auf laute Aromaexzesse und besticht stattdessen durch feinste, fast aristokratische Zurückhaltung. Beim Schwenken offenbart sich eine zarte Frucht mit Anklängen von Birne und einem Hauch Reneklode. Für die kühle Eleganz sorgt zudem eine dezente, grünlich-kräuterige Facette.
Am Gaumen wirkt er trotz 13,5 % Vol. bemerkenswert schlank. Verantwortlich dafür ist die straffe, aber niemals scharfe Säure, unterstützt von einem minimalen Restzuckergehalt von etwas über 1 g/L. Geschmacklich dominieren frische Zitrusnoten, allen voran Limette, begleitet von einer feinen, zestigen Bitternote. Der Abgang wird von subtilen Phenolen getragen und verleiht dem Wein Struktur.
Ein Silvaner wie geschaffen für die Begleitung feiner Speisen – besonders Fisch und Meeresfrüchte profitieren von seiner klaren Art und präzisen Frische.
2020 Kerner Spätlese,Thüngersheimer Scharlachberg
Weingut Gebr. Geiger jun., Thüngersheim
Als Gegenpol zu unserem trockenen Silvaner aus dem Jahrgang 2023 haben wir nun einen lieblichen, leicht gereiften Kerner im Glas. Und falls Sie angesichts des Alters zögern sollten,
seien Sie unbesorgt: Dieser saftige, wunderbar ausbalancierte Wein hat noch viele Jahre puren Genusses vor sich. Trotz rund viereinhalb Jahren Flaschenreife zeigt er keinerlei optische Reifeerscheinungen. Die Spätlese aus dem Hause Geiger präsentiert sich glasklar und hellgelb im Glas.
Die Nase ist ein einziges Verführungsmanöver: Ein exotischer Früchtekorb mit Anklängen von Ananas, Bananenmus und goldener Kiwi. Glasklar, präzise und frei von Botrytis – ein Duftbild, das unmittelbar Lust auf den ersten Schluck macht.
Am Gaumen zeigt sich der Kerner rund, harmonisch und dank seiner feinen Restsüße herrlich schmeichelnd. Der Trinkfluss ist hoch, die Säure sensorisch mild und auch analytisch nicht überbordend. Dennoch wirkt dieser Wein keineswegs behäbig oder süßlastig. Im Gegenteil: Er vermittelt eine leichte, geradezu beschwingte Anmut. Ein Balletttänzer im Glas – so würde ich ihn bildlich beschreiben. Besonders spannend wird es in Kombination mit einer gemischten Käseplatte: Ziegenkäse, Comté, Brin d’Amour oder sogar Blauschimmel – all das harmoniert mühelos mit seiner feinen Süße und Eleganz. Weißwein mit zarter Restsüße ist ohnehin die bessere Wahl als die vielzitierte Rotwein-Klischeekombi. Die Süße puffert die Salzigkeit des Käses, während die Säure das Fett elegant bricht. So entsteht eine kulinarische Balance, die Mund und Geist gleichermaßen vergnügt.
2024 Rieslaner Spätlese, Volkacher Ratsherr
Weingut Kirch, Volkach am Main
Das ist Rieslaner „as Rieslaner can“. Wie der erste Wein dieses Pakets stammt auch er aus der Lage Volkacher Ratsherr. Während der Silvaner vom Weingut Braun knochentrocken ausfällt und der Kerner aus Thüngersheim bereits eine charmante Lieblichkeit zeigt, setzt diese Rieslaner Spätlese noch eins drauf: Mit gut 60 g Restzucker bewegt sie sich klar im süßen Bereich und streift beinahe die edelsüße Sphäre. Doch die vibrierende Säure – quicklebendig und messerscharf – sorgt für elektrisierende Spannung am Gaumen. Aber der Reihe nach.
Im Glas leuchtet ein glanzhelles Platingelb. Die Nase zeigt sich frisch und ausgesprochen klar, mit Noten von Brennnessel und eingelegten grünen Peperoncini. Hinter dieser kühlen, pflanzlichen Frische öffnet sich ein exotisches Fruchtbild, das an reife Ananas denken lässt – ein reizvoller aromatischer Kontrast.
Am Gaumen übernimmt dann die kecke, vom Riesling vererbte Säure das Kommando und sorgt für einen geradezu rassigen Auftritt. Gemeinsam mit der Restsüße entsteht ein spannungsgeladenes Ping-Pong-Spiel, das man so schnell nicht vergisst. Trotz des hohen Zuckergehalts bleibt der Wein stets animierend, niemals pappig. Aromatisch formt sich eine vibrierende Melange aus Zitrone, Maracuja und Kiwi.
Der Nachhall schließlich ist mindestens so lang wie die Beine eines Supermodels – und hinterlässt den Genießer mit einem staunenden Lächeln. Wer die urfränkische Rarität Rieslaner noch nicht kennt, bekommt hier die perfekte Gelegenheit, diese faszinierende Rebsorte für sich zu entdecken.
