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Hillabrand

2016er Müller-Thurgau Alte Reben


Beschreibung

Ein süffiger Wein mit feinfruchtigen Aromen.

AWC Vienna Silver

Verkostung durch unseren Weinfachberater Christian Büttner:

Es war ein Tag im Jahre 1882, welcher den deutschen Weinbau bis heute nachhaltig prägen und beeinflussen sollte. An jenem besagten Tag kreuzte der Botaniker, Biologe und Rebenzüchter Prof. Dr. Hermann Müller, aus dem Schweizer Kanton Thurgau stammend, in der Pflanzenphysiologischen Versuchsstation an der Königlich Preußischen Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim die Rebsorten Riesling und Silvaner miteinander. Was man damals noch nicht wusste: Es entstand die zu einem späteren Zeitpunkt erfolgreichste und meistangebaute Rebsorte Deutschlands. Zumindest sollten dem Müller-Thurgau bis 1995 diese Lorbeeren zuteilwerden. Erst 1995 eroberte sich der Riesling den Titel als meistangebaute Sorte wieder zurück. Seitdem geht es mit der Verbreitung und dem Ruf des Müller bergab. Zum Teil berechtigterweise. Die Winzer haben es vielerorts einfach übertrieben und viel zu hohe Erträge mit dem Ergebnis banaler Weine geerntet.

Seine weinbauliche Geschichte in Deutschland, nicht seine züchterische (siehe oben), begann er vor 105 Jahren zunächst als „Outlaw“. Die deutschen Weinbaugebiete wurden damals zunehmend von der Reblauskatastrophe heimgesucht und ein Ende war noch nicht absehbar. Deshalb pflanzte man die ersten, aus der Schweiz importierten Reben (dazu ein andermal mehr), 400 Stück an der Zahl, abseits der normalen Rebflächen, um seine Anbaueignung zu testen. So wurde im Jahre 1913 in Sendelbach bei Lohr am Main eine Rebenbeobachtungsanstalt eingerichtet und 300 Stöcke Müller-Thurgau angepflanzt. Die restlichen 100 Stöcke fanden ihre Heimat in Regensburg an der Donau auf der Fläche der damaligen „Quarantänestation und Rebenbeobachtungsanstalt“. Von hier ausgehend trat die Sorte ihren bereits weiter oben beschriebenen Siegeszug an. Heute hat sie einen eher schlechten Ruf und befindet sich flächenmäßig weiterhin auf dem Rückzug.

Auch wenn wir noch lange von dem Tag entfernt sind, an dem der Müller-Thurgau vom Aussterben bedroht sein wird, so möchte ich lieber doch schon heute mit seiner Rehabilitierung und Ehrenrettung beginnen. Möglicherweise kennen Sie ja den Song „Big Yellow Taxi“ von Joni Mitchell mit der Refrain-Zeile „…you don't know what you've got 'till it's gone“.

Umso wichtiger ist es, dass wir Weine wie den „Alte Reben“-Müller-Thurgau vom Weingut Hillabrand als Leuchtturm haben. Hier zeigt sich exemplarisch, was möglich ist, wenn die Voraussetzungen passen. In unserem Fall alte Rebstöcke (mindestens 40 Jahre alt) mit von Haus aus niedrigeren Erträgen und der unbedingte Wille zur Qualität. Der Wein hat so gar nichts Banales an sich. Vielmehr strahlt er Eleganz und Frische aus. Er besitzt Frucht und auch eine gewisse Duftigkeit in der Nase. Aber glücklicherweise ist er eines zu keiner Sekunde: plakativ oder aufdringlich.

Die viel zitierte Müller-Würze, von manchen Weintrinkern geschmäht, von anderen wiederum gerühmt, findet sich auch hier. Allerdings in etwas abgewandelter Form im Vergleich zur sonst gängigeren Muskat-Variante. Für meinen Geschmack handelt es sich um eine gelbe, zart ausgeprägte kurkumaartige Würze, welche aber mit der Frucht verbunden bleibt und nicht für sich neben den anderen Komponenten steht. Stellen Sie sich das Fruchtfleisch einer nicht ganz reifen, also auch nicht zuckrig süßen Ananas vor, welches mit einem Hauch Kurkuma-Pulver überstäubt wurde. Hört sich verrückt an? Mag sein. Aber Weingenuss und die damit verbundene Beschreibung der Aromen und Eindrücke lebt von Assoziationen und Phantasie.

Am Gaumen begeistert die saftige und „straighte“ Art. Der Wein ist so mundwässernd, genau die Balance haltend und trinkanimierend, dass man ihn selbst probiert haben muss, um es zu glauben. Die Säure ist genial frisch, ohne aggressiv zu sein. Die Frucht zeigt am Gaumen durchaus Präsenz, aber sie wird von einer mineralischen und auch etwas phenolischen Komponente eingerahmt. Der Nachhall ist so lang wie die berühmten Kreuzberger Nächte. Als Krönung stellen sich im Abgang noch nussige Noten mit einem leichten Walnussakzent ein. Großes Müller-Kino!

Prämierung: AWC Silber

  • Rebe, Jahrgang: Müller-Thurgau, 2016
  • Weingut: Weingut Hillabrand
  • Lieferzeit: ca. 3-5 Werktage
  • Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Ab 12 Flaschen von diesem Versender erhalten Sie dessen Lieferung versandkostenfrei innerhalb Deutschland!
7.00 €
WeinartWeißwein
RebsorteMüller-Thurgau
Jahrgang2016
Geschmacktrocken
TerroirKeuper
Empfohlene Trinktemperatur10°C
LageHüttenheimer Tannenberg
Wein-PrädikatQbA
WeinprämierungIntern. Weinwettbewerb AWC Silber
Frankenwein ausWillanzheim
Weingut / Anbieter / Erzeugerabfüllung FrankenWeingut Hillabrand
Hüttenheim 96
D-97348Hüttenheim
Willanzheim
ArtikelnummerFWL4175
Lieferzeitca. 3-5 Werktage
Versand durchWeingut Hillabrand
Preis/Liter9.33 €/Liter 
Inhalt pro Flasche (ml)750ml
Säuregehalt6 g/L
Alkoholgehalt12,5 %
Restzucker7,9 g/L
Allergeneenthält Sulfite 

Das Weingut "Weingut Hillabrand" stellt sich vor

Am Fuße des Steigerwaldes erstrecken sich die Weinberge der Winzerfamilie Hillabrand. Der Familienbetrieb entstand bereits 1929 in Hüttenheim, zunächst war der Weinbau nur ein Nebenerwerb. Das änderte Markus Hillabrand 2006. Nach dem Abschluss seiner Winzerlehre machte er den Weinan- und ausbau zu seinem Haupterwerb.

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