
2024 Chardonnay trocken
Sauer Manuel
Aus dem "Edel-Weine"-Sortiment. Harmonisch & mild mit frischen Aromen von Zitrus, Apfel und Melone.
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Chardonnay oder: „Gehören auch Sie zu den ABC-Trinkern?“
„Anything but Chardonnay“, dieser Slogan stammt aus den 1990er Jahren, als die Rebsorte Chardonnay vor allem in den USA groß in Mode war und viele alkoholreiche und deutlich vom Ausbau im neuen Barrique geprägte Weine produziert wurden.
Der hohe Alkoholgehalt (14,5 % vol. waren eher die Regel denn die Ausnahme) in Verbindung mit den oft penetranten, weinfremden Noten von Vanille, Butterscotch und Toffee machten nicht unbedingt Lust auf den zweiten Schluck. Viele Weintrinker sehnten sich nach feineren, eleganteren Aromen und trinkfreudigeren, schlankeren Weinen. So kam es, dass das immer größer werdende Heer der „Eleganztrinker“ beim Restaurantbesuch dem nahenden Sommelier ein einmütiges „Anything but Chardonnay“ vor die Kellnerschürze knallte.
Doch seitdem sind über 20 Jahre vergangen und alle noch von damals „traumatisierten“ „ABC-Trinker“ sollten angesichts der großen Auswahl eleganter, sogenannter „unoaked“ Chardonnays kuriert sein. Das war nämlich auch so ein Trend bzw. eine Gegenbewegung zu den barriqueausgebauten Wuchtbrummen. Immer mehr Winzer bauten ihren Chardonnay reduktiv im Stahltank aus und taten dies fröhlich auf dem Etikett kund: „Unoaked Chardonnay“. Der Mensch schwankt nun einmal gerne zwischen den Extremen. Im Burgund, der Urheimat der Sorte, welche die besten und auch teuersten Vertreter der Sorte hervorbringt, ist der Ausbau im Barrique, egal ob neues oder gebrauchtes, obligatorisch. Nur schmeckt man dort wenig bis gar nichts vom Holzeinsatz. Das liegt aber auch an der jahrhundertelangen Erfahrung mit der Sorte. Auch darf man nicht vergessen, dass der Chardonnay dort, bis auf ganz wenige, mengenmäßig zu vernachlässigende Ausnahmen, die einzige weiße Sorte ist.
Zusammen mit dem Riesling gilt der Chardonnay als eine der weltweit hochwertigsten weißen Rebsorten. Mit über 170.000 Hektar Anbaufläche rangiert er auf Platz 3 unter den weltweit am meisten angebauten weißen Sorten. In Deutschland ist er seit 1994 offiziell für den Anbau zugelassen und wird, mit steigender Tendenz, mittlerweile auf 1.600 Hektar angebaut. Allerdings entfallen hiervon gerade einmal 15 Hektar auf das Anbaugebiet Franken.
Datenblatt 2024 Chardonnay trocken
Durchschnittliche Nährwerte je 100ml
Zutaten
Das Weingut "Sauer Manuel" stellt sich vor
Verkostungsnotiz 2024 Chardonnay trocken
Chardonnay ist eine der großen Erfolgsgeschichten der internationalen Weinwelt – und längst auch eine deutsche. Kaum eine andere Rebsorte ist weltweit so verbreitet, so wandelbar und zugleich so offen für Herkunft und Stilistik. Was früher hierzulande noch als Exot galt, hat sich inzwischen fest etabliert: 1995 waren in Deutschland gerade einmal rund 271 Hektar Chardonnay gepflanzt, heute – im Jahr 2025 – hat die Sorte die Marke von 3.000 Hektar überschritten und steht für etwa 2,9 % der gesamten deutschen Rebfläche. Chardonnay ist damit nicht mehr wegzudenken.
Auch in Franken hat die Sorte ihre Handschrift gefunden. Vom kraftvollen, holzbetonten Typ bis hin zur glasklaren, puristischen Interpretation ist nahezu alles möglich. Genau diese stilistische Vielfalt macht Chardonnay so spannend – und so zeitgemäß. Der hier vorgestellte Chardonnay steht exemplarisch für die fruchtbetonte, moderne Variante: im Stahltank ausgebaut, ohne überlagernde Einflüsse, ganz auf Sortentypizität, Frische und Trinkfreude fokussiert. Ein moderner Franke, der zeigt, wie selbstverständlich Chardonnay heute zur deutschen Weinlandschaft gehört.
Dieser Chardonnay aus Franken, Jahrgang 2024, präsentiert sich bereits optisch äußerst einladend. Im Glas zeigt er sich klar und brillant, mit einem hellen, glänzenden Strohgelb, das Frische und Präzision signalisiert. Schon beim ersten Schwenken wird deutlich, dass hier ein Chardonnay im Stahltankausbau vorliegt, der ganz bewusst auf Fruchtklarheit und Sortentypizität setzt.
Die Nase ist ausgesprochen charmant und zugleich sehr typisch: Eine gelbfruchtige bis herb-exotische Aromatik steht im Mittelpunkt und zieht sofort in ihren Bann. Besonders präsent ist reife Honigmelone, die dem Duft eine saftige, fast cremige Note verleiht. Dazu gesellen sich feine Nuancen von gemuster Banane, die an frisch pürierte Banane erinnern, begleitet von einem Hauch überreifer Aprikose und exotischer Sternfrucht. Diese facettenreiche, aber nie aufdringliche Exotik macht neugierig auf den ersten Schluck.
Am Gaumen bestätigt sich der positive Eindruck unmittelbar. Bereits der erste Schluck zeigt: Dieser Chardonnay ist ein echter Crowd-Pleaser, im besten Sinne des Wortes. Die Säure von 5,3 g/l ist moderat, sorgt aber für eine angenehme Lebendigkeit und Frische, ohne jemals aggressiv zu wirken. Trotz einer analytisch leicht höheren Restsüße von 6,3 g/l bleibt der Wein stilistisch klar deutsch trocken und wirkt zu keiner Zeit süßlich.
Insgesamt präsentiert sich der Wein ausgesprochen rund und harmonisch. Der Nachhall ist deutlich exotisch geprägt und lang anhaltend: Aromen von Bananenmus, fein akzentuiert von ein paar Spritzern Limette, bleiben lange präsent. Eine dezente, leicht phenolische Note, die an Tonic Water erinnert, verleiht dem Finale zusätzliche Spannung und Länge. Ein moderner, zugänglicher Chardonnay mit Charakter und Trinkfluss.
