
2024 Müller-Thurgau trocken
Bocksbeutelweingut Scheller
Ein Wein mit feinen, animierenden Citrus-Tönen.
Weitere Informationen zur Rebsorte
Müller-Thurgau
Angebote: Müller Thurgau Weine anzeigen
Auch als "Rivaner" bekannt, da man ursprünglich vermutete, dass es sich beim Müller-Thurgau um eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner handelt. Heute weiß man jedoch, dass die Sorten Riesling und Madeleine Royale die Elternreben waren. Benannt ist die weiße Rebsorte, nach Prof. Dr. Hermann Müller aus Thurgau in der Schweiz, der 1882 die Traube züchtete. Müller-Thurgau ist eine der meist angebauten Rebsorte in Franken. Die Neuzüchtung ist aufgrund seiner geringen Säure mild, aber trotzdem fruchtig.
Die Qualitätsweine sollten noch relativ jung getrunken werden, da sie sonst bei zu langen Lagerzeiten ihr Muskataroma verlieren. Müller-Thurgau-Weine sind Zechweine. Sie passen gut zu leichten Speisen, wie z.B. zu Spargelgerichten.
Datenblatt 2024 Müller-Thurgau trocken
Durchschnittliche Nährwerte je 100ml
Zutaten
Das Weingut "Bocksbeutelweingut Scheller" stellt sich vor
Verkostungsnotiz 2024 Müller-Thurgau trocken
Ein frischer Müller-Thurgau aus dem Jahrgang 2024, ebenfalls vom Weingut Scheller, das schon vor ein paar Monaten mit seinem Bacchus überzeugen konnte, steht heute im Mittelpunkt. Noch vor 30 Jahren war der Müller-Thurgau in Franken mit über 50 % der Rebfläche die meistangebaute Sorte – vor allem für einfache Literweine und alltägliche Zechweine. Sein Ruf? Entsprechend bescheiden. Zu belanglos, oft zu süß, zu wenig Charakter – so lauteten die gängigen Urteile.
Doch dieser Müller-Thurgau ist anders. Er zeigt, dass die Sorte mehr kann als bloß gefällig zu sein. Fränkisch trocken ausgebaut – eine Seltenheit bei dieser Rebsorte – präsentiert er sich klar, geradlinig und mit feiner, würziger Frische. Kein belangloser Trinkwein, sondern ein ehrlicher, strukturierter Müller-Thurgau mit Anspruch und Herkunftsbewusstsein.
Der Wein zeigt im Glas eine fast klare, leicht grüngelbe Farbe, was man durchaus als Ausdruck seiner relativen Jugend werten darf. Entsprechend frisch präsentiert er sich auch in der Nase. Die typische Muskatwürze des Müllers ist nur zart angedeutet. Feine Zitrusfruchtaromen dominieren im Duft. Allerdings handelt es sich um eine mildere Ausprägung, welche am ehesten an Pomelo erinnert. Die Pomelo ist im Prinzip mit der Grapefruit verwandt, aber ihr geht die typische Bitternote und auch die aggressive Säure ebenjener ab. Für die Abrundung des Nasenbildes sorgt schließlich eine gebirgsbachfrische Gletschereis-Note. Die Frage, die nun automatisch auftaucht, ist: Wie präsentiert sich unser trockener Müller am Gaumen? Und in diesem Fall handelt es sich um einen wirklich trockenen Vertreter der Sorte mit 2,6 g/l Restzucker. Fränkisch trocken sogar!
Im Prinzip hält der Gaumen, was die Nase verspricht. Der Wein gleitet frisch und fröhlich über die Zunge und begeistert mit einer reifen und harmonischen Säure, die analytisch weder besonders hoch noch niedrig ist. In Verbindung mit dem niedrigen Restzucker und einer leicht phenolischen Note entsteht das Bild eines „seriösen“ Müller-Thurgaus, der auch anspruchsvolle Weintrinker ansprechen kann. Der Nachhall ist von einer feinen Zitronennote geprägt, der aber jegliche Aggresivität abgeht. Die leicht aufrauende, phenolische Note macht den Liter-Müller von Familie Scheller zu einem guten Essensbegleiter.
Zu Forelle blau oder gebraten, zur Fränkischen Brotzeit mit geräucherter Wurst, Presssack, Kochkäse und Obazda oder zu Gemüsegerichten mit Kräutern – z. B. Zucchini, Fenchel, Lauch oder Spargel; der Müller-Thurgau ist ein Top-Spargelwein! Auch wenn die Spargelsaison noch eine Weile auf sich warten lässt, was spricht dagegen sich ihr voller Vorfreude und Erwartung entgegenzutrinken? Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude!
