
2024 Iphöfer Riesling Kabinett VDP.ORTSWEIN
Weingut Hans Wirsching KG
„Charmanter Charakter: hier trägt die Süße die Frucht.“
Der König der deutschen Weißweine spielt im Weingut mit 20% der Rebfläche eine wichtige Rolle. Er ist eine edle Rebsorte mit feinen Fruchtaromen und einer großen Eleganz. In Franken steht Riesling nur auf den besten Flächen.
Durch unseren Boden, den Gipskeuper, ist er milder in der Säure und lebt von der Mineralität des Gesteins. Dieser Riesling ist halbtrocken ausgebaut. Er ist vollmundig, aber durch seine dezente Säure gut ausbalanciert. Sein Bouquet erinnert an die feine Frucht von reifen Weinbergspfirsichen verbunden mit fruchtigen Zitrusaromen.
Speiseempfehlung: Leichte, frische Sommerküche, Vegetarische Küche, Asia-Gerichte
Weitere Informationen zur Rebsorte
Riesling
Der Weiße Riesling, wie er offiziell heißt, gehört zu den bedeutendsten weißen Rebsorten weltweit.Von vielen Weinliebhabern und Experten wird er gar als König der weißen Rebsorten bezeichnet - nicht zu Unrecht; wie wir finden. Als Spezialität und vermuteten Ur-Riesling gibt es auch noch den Roten Riesling, welcher aber bundesweit nur auf ca. 30 Hektar angebaut wird.
In Deutschland ist der Riesling mit knapp über 23.000 Hektar (23,4 % der gesamten Rebfläche) die meistangebaute Rebsorte. Vor allem in seinen klassischen Anbauregionen Rheingau und Mosel dominiert er ganz klar die Anbaustatistik. Anfang des 20. Jahrhunderts besaßen Rieslingweine aus diesen beiden Regionen Weltgeltung und wurden teurer gehandelt als die berühmtesten Weine aus Bordeaux. In den letzten 15 Jahren haben Deutschlands Spitzenwinzer große Anstrengungen unternommen, an diese längst vergangenen Zeiten anzuknüpfen, und erste Erfolge zeichnen sich ab. Nie war die Qualität so hoch wie heute, die Preise steigen, die besten Großen Gewächse haben die 40-Euro-Marke geknackt, Deutscher Riesling ist hip in New York und anderen Metropolen der Welt.
In Franken besitzt er zwar eine durchaus lange Tradition, wird aber lediglich auf 5 % der Rebfläche angebaut. Da er hohe Ansprüche an Lage und Boden stellt, wird er hauptsächlich von qualitätsbewussten Winzern kultiviert. Zu seinen hervorstechenden Eigenschaften gehört eine ausgeprägte bis rassige Säure, welche in kühlen und spätreifenden Jahren durchaus einmal richtiggehend stahlig sein kann.
Datenblatt 2024 Iphöfer Riesling Kabinett VDP.ORTSWEIN
Durchschnittliche Nährwerte je 100ml
Zutaten
Das Weingut "Weingut Hans Wirsching KG" stellt sich vor
Verkostungsnotiz 2024 Iphöfer Riesling Kabinett VDP.ORTSWEIN
Schon einmal schrieb Iphofen Weingeschichte: Aus der berühmten Lage Iphöfer Julius-Echter-Berg stammte jener Riesling, der bei der Krönung von Elisabeth II. gereicht wurde – ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, welch hohes Ansehen die Weine dieser Region seit jeher genießen. In eben diesem kulturellen und historischen Umfeld entsteht auch der Riesling Kabinett des Weinguts Hans Wirsching, eines der renommiertesten Betriebe Frankens und seit vielen Jahrzehnten fest im VDP verankert.
Der Begriff Kabinett selbst reicht weit zurück: Ursprünglich wurden damit Weine bezeichnet, die so besonders und fein waren, dass man sie im „Cabinet“ – einem verschlossenen Raum des Weinguts – separat aufbewahrte. Diese Weine waren nicht für den schnellen Verkauf bestimmt, sondern galten als kostbare Raritäten. Heute steht Kabinett für die leichteste Stufe der Prädikatsweine, geprägt von moderatem Alkohol, filigraner Struktur und einer besonderen Eleganz, die auf natürliche Reife der Trauben ohne Anreicherung beruht.
Auf diesem historischen Fundament, verbunden mit dem Qualitätsanspruch eines Spitzenbetriebs wie Wirsching, erhält der 2024er Riesling Kabinett seinen kulturellen und typischen Kontext – bevor er überhaupt im Glas erscheint.
Der 2024 Iphöfer Riesling Kabinett VDP.Ortswein präsentiert sich im Glas mit einem klaren, strahlenden Hellgelb, das bereits die Leichtigkeit und Präzision dieses Tropfens erahnen lässt. In der Nase zeigt sich zunächst ein feiner Hauch von Reduktion – ein kurzer „Stinker“, wie man ihn bei Rieslingen vom Keuperboden gelegentlich findet. Diese Note verfliegt rasch und öffnet den Blick auf ein ebenso frisches wie glockenklares Aromenspiel, das an die Kühle eines Gebirgsbaches erinnert, über den reiner, mineralischer Wind streicht.
Mit zunehmender Belüftung treten filigrane Zitrusnoten in den Vordergrund: Limette, etwas Zitronenzeste und ein Touch grüner Apfel. Begleitet werden sie von einer subtilen, fast salzig anmutenden Mineralität, die dem Wein zusätzliche Spannung verleiht.
Am Gaumen begeistert der Riesling durch seine spielerische Leichtigkeit – ein authentischer Kabinett mit nur 11 % vol. Alkohol, der dennoch tief in der Aromatik verwurzelt bleibt. Die Säure zeigt sich lebendig und animierend, dabei niemals fordernd oder ungestüm. Die fein dosierte Restsüße trägt die Frucht, hebt die Zitrusnoten hervor und sorgt für ein harmonisches Süße-Säure-Spiel.
Im Nachhall verweilt der Eindruck frischer Limette, begleitet von einer zarten Mineralspur – und zusätzlich einer feinen, prickelnden Note, die an Brausestäbchen erinnert und dem Wein einen charmanten, verspielten Akzent verleiht. Ein Kabinett voller Finesse und Trinkfreude.
Das ist übrigens jene Art Weine, vor denen das Ausland in Ehrfurcht verstummt – nur im eigenen Land gilt der Prophet bekanntlich wenig. Höchste Zeit, das zu ändern.
