Deutsche Weine aus Franken - Frankenwein

Die Wurzeln des fränkischen Weinbaus reichen bis in das 8. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit bauten vor allem Klöster Reben zur Herstellung von Messwein an. Heute umfasst das Weinbaugebiet Franken als sechstgrößtes Weinbaugebiet Deutschlands rund 6.000 ha Rebflächen.

Anbaugebiete

Wegen der oft strengen Winter und der Möglichkeit von Spätfrösten beschränkt sich das bewirtschaftete Gebiet im fränkischen Weinland auf geschützte Lagen entlang des Mains und an den Hängen des Steigerwalds. Von West nach Ost unterscheidet man folgende drei Bereiche mit unterschiedlichen Bodenformationen:

  • Untermain am Mainviereck: Der Untermain ist mit seinen Buntsandsteinböden und seinen klimatischen und geologischen Voraussetzungen ideal für den Anbau von Rotweinen, z.B. Frühburgunder oder Spätburgunder.
  • Maindreieck: Die Muschelkalkböden des Maindreiecks liefern optimale Voraussetzungen für Silvaner von Weltklasse!
  • Steigerwald: Die Keuperböden im Steigerwald bringen ebenfalls sehr mineralstoffreiche Weine (z.B. Silvaner) hervor.

Den Großteil der Rebfläche bewirtschaften Winzerbetriebe, die ihre eigenen Weinberge bestellen und den Weinbau im eigenen Betrieb mit eigener Kellertechnik und Vermarktung durchführen. Kleinere Winzerbetriebe, die den Weinbau z.T. im Nebenerwerb betreiben, haben sich zu lokalen Genossenschaften zusammengeschlossen. Die größte Genossenschaft ist die Gebietswinzergenossenschaft Franken (GWF). 
 

Rebsorten

Die wichtigsten Rebsorten (Weißweine und Rotweine) des Anbaugebietes nach Rebsorten:

Quelle: LWG Bayernexterner Link, 2019

Das Markenzeichen des Frankenweins ist die Flaschenform des Bocksbeutel. Die Weingüter in Franken benutzen diese charakteristische bauchige Flaschenform des Bocksbeutels zur Abfüllung hochwertiger und edler Weine. Der Bocksbeutel ist gesetzlich geschützt.

Die Charakteristik des Frankenweins lässt sich auf die Bodenbeschaffenheit und auf das milde Klima am Main zurückführen. So zeichnen sich die fränkischen Weine durch einen sehr mineralstoffhaltigen und würzigen Geschmack aus. Der Mineralstoffgehalt der Weine spielt daher bei der Qualitätsprüfung eine Rolle. Der fränkische Silvaner als typische Rebsorte der Region mit seiner neutral-fruchtigen und erdigen Note zählt hierbei zu den besten Weinen in Deutschland. Der Müller Thurgau ist der meist angebaute Franken Wein.

Das Weinprädikat

Qualitätsweine und Kabinettweine sollten möglichst früh getrunken werden, da bei ihnen mit der Zeit die Säure abnimmt und die für Frankenweine typische Frische verloren geht. Gute trockene Spätlesen, restsüße Weine und hochwertige Rotweine sollten frühestens ein bis zwei Jahre nach der Abfüllung geöffnet werden und können bei ordentlicher Lagerung auch nach mehr als zehn Jahren noch hervorragend schmecken. Edelsüße Weine, vor allem aus den Rebsorten Silvaner, Riesling, Rieslaner und Scheurebe, können bei sehr guten Jahrgängen Jahrzehnte überdauern.

Weiterführende Informationen: